Deckel FP3 NC Bohr-/ Fräsmaschine
Deckel FP3 nc Werkzeugmaschine 1
Was Sie wissen müssen, damit lhnen (und der Maschine) bei der Arbeit nichts passiert.
Sichеrheitshinweise
Unfall-Verhütung
Verehrter Kunde,
Sicherheitsvorschriften sind ein heikles Thema. Wer hat nicht schon irgendwann gegen irgendeine Sicherheitsregel verstoßen? Jeder, der an einer Maschine arbeitet, sollte sie kennen, doch kaum einer nimmt sich die Zeit, sie gründlich durchzulesen.
Schon in ihrem eigenen Interesse sollten Sie die Sicherheitsregeln im Umgang mit ihrer DECKEL Fräsmaschine praktisch wie im Schlaf beherrschen. Und seit dem Inkrafttreten des neuen Produkthaftungsgesetzes im November 1989 kommt den Sicherheitsvorschriften zusätzliche Bedeutung zu: Neben dem Schutz ihrer Gesundheit und den Kapitalwerten des Unternehmens haben die Sicherheitsvorschriften die Aufgabe, Verantwortlichkeiten, die durch den Besitz und den Betrieb einer Fräsmaschine entstehen, eindeutig zu klären.
Mit dieser Broschüre möchten wir Ihnen die Information, die Sie zum sicheren Arbeiten an ihrer DECKEL Fräsmaschine brauchen, leicht verdaulich anbieten. Damit meinen wir einfachen Text in Umgangssprache statt schwer verständlichem Juristendeutsch und unterhaltsame, oft nicht ganz ernstgemeinte Zeichnungen statt nichtssagender Schnappschüsse aus dem Werkstatt-Alltag.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Ihre DECKEL AG
DECKEL Fräsmaschinen, von der klassischen FP1 bis zum vollautomatischen Bearbeitungszentrum, sind mit der Erfahrung aus 80 Jahren Präzisionsmaschinenbau konstruiert und nach heutigen Erkenntnissen völlig betriebssicher. Dennoch bilden Fräsmaschinen eine Gefahrenquelle, die man nicht unterschätzen sollte: Durch Fehlbedienungen oder Mißachtung von Sicherheitsregeln kommt es immer wieder zu Vorfällen, bei denen Menschen verletzt oder Maschinen beschädigt werden.
Gefahr droht immer dann, wenn - bewußt oder aus Unwissenheit - die Sicherheit bei der Arbeit vernachlässigt wird.
Diese Broschüre enthält viele praktische Hinweise, wie Sie Gefährdungen bei der Arbeit vermeiden können. Selbst wenn Sie schon jahrelange Werkstatt-Praxis haben, nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie sie! Zeigen Sie das Heft auch ihren Kollegen, selbst wenn sie an anderen Maschinen arbeiten. Denn Gefahren, derer man sich bewusst ist, sind praktisch schon gebannt. Wir möchten erreichen, daß Ihnen, Ihren Kollegen (und der Maschine) in der täglichen Fertigung nichts passiert.
Zunächst einmal die Grundregeln
Sicherheitsbewusst arbeiten heißt, bei jeder Arbeit an der Maschine darauf zu achten, daß die Sicherheit nicht beeinträchtigt wird. Dafür gibt es ein paar ganz einfache Regeln, die oft schon durch den gesunden Menschenverstand vorgegeben sind:
- Es muß innerbetrieblich klar und unmißverständlich festgelegt sein, wer an der Maschine arbeitet (Bediener) und wer für sie zuständig ist (Betreiber).
- Ohne die erforderliche Ausbildung - innerbetrieblich, durch Berufsfortbildungsinstitute oder in einem der DECKEL Schulungszentren - darf niemand auch nur kurzfristig an der Maschine arbeiten.
- Bediener und Betreiber müssen beide darauf achten, daß niemand an der Maschine arbeitet, der nicht dafür ausgebildet ist.
- Bei allen Arbeiten, wie Aufstellung, Montage, Fertigungsbetrieb oder Wartung, sind die Hinweise im Bediener-Handbuch zu beachten. Lesen Sie dazu die entsprechenden Kapitel im Bediener-Handbuch sorgfältig durch, bevor Sie mit der Arbeit beginnen.
- Sorgen Sie dafür, dass das Bediener-Handbuch griffbereit bei der Maschine liegt. Schlagen Sie im Zweifelsfall den richtigen Bedienablauf nach, anstatt an der Maschine herumzuprobieren.
- Der Betreiber verpflichtet sich, die Maschine stets nur in einwandfreiem Zustand einzusetzen.
- Der Bediener meldet jede Veränderung an der Maschine oder ihrem Umfeld sofort weiter, wenn durch sie die Sicherheit beeinträchtigt wird.
- Der Betreiber sorgt, z.B. durch entsprechende Anweisungen oder Kontrollen, für Sauberkeit und Übersichtlichkeit am Arbeitsplatz, an der Maschine und in ihrer Umgebung.
- Der Betreiber achtet darauf, dass das Bedienpersonal geeignete Schutzkleidung trägt.
- Die DECKEL Fräsmaschinen sind für die spanende Metall-, Holz- oder Kunststoffbearbeitung mit dafür geeigneten Werkzeugen konstruiert. Für andere Zwecke dürfen unsere Maschinen aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden. Wenn Sie mit unseren Maschinen eine Verwendung vorhaben, für die sie nicht vorgesehen wurden, fragen Sie vorsichtshalber unsere Anwendungs-Beratung.
- Grundsätzlich dürfen keine Sicherheitseinrichtungen im Betrieb der Maschine außer Kraft gesetzt werden. Serienmäßige Einstellungen der Maschine (z.B. Maschinenparameter) dürfen eigenmächtig nicht verändert werden.
- Falls Sicherheitseinrichtungen für Wartungs- oder Reparaturzwecke entfernt werden müssen, schalten Sie die Maschine vorher ab. Achten Sie darauf, daß nach Abschluß der Arbeiten alle Sicherheitseinrichtungen erneut montiert werden und voll funktionsfähig sind.
Ein paar Worte zum Standort der Maschine
Beachten Sie hierzu auch unser "Merkblatt zum Aufstellen von Maschinen". Nähere Hinweise zur Aufstellung jedes Maschinentyps sowie einen Fundamentplan finden Sie im Bediener-Handbuch.
- Der Platzbedarf mancher Maschinen ändert sich ständig während des Betriebs, z.B. durch fahrende Arbeitsschlitten oder Schwenken des Bedienpults. Bei ungünstigen Platz-Verhältnissen können Sie eingeklemmt werden und Quetschungen davontragen. Berücksichtigen Sie daher bei Ihrer Planung diesen Platzbedarf und geben Sie noch einen Sicherheitszuschlag von mindestens 1m vorne und an beiden Seiten dazu. Beachten Sie ebenfalls den Platzbedarf zum Abstellen von Werkstücken und Vorrichtungen. Denken Sie auch daran, daß die für Wartung und Reparaturen erforderliche Zugänglichkeit erhalten bleibt.
- Der Sicherheitsbereich um die Maschine muß stets freigehalten werden; stellen Sie dort auch vorübergehend nichts ab. Beachten Sie Stolper- und Quetschgefahren.
- Durch Kühlschmiermittel und Bettbahnöl besteht bei unverkleideten Maschinen erhöhte Rutschgefahr, die durch ungeeigneten Fußbodenbelag noch verschlimmert werden kann:
- Verwenden Sie geeigneten Fußbodenbelag.
- Tragen Sie rutschfeste Schutzschuhe.
- Vermeiden Sie übermäßigen Kühlmittel- und Schmiermittel-Gebrauch.
- Verwenden Sie bei intensivem Kühlmittel-Einsatz einen Spritzschutz
- Reinigen Sie die Altöl-Ablaufrinne regelmäßig. - Beim Betrieb der Maschine kann es bei manchen Bearbeitungen (z.B. Gußschruppen) dazu kommen, daß die gesetzlich festgelegten Lärmgrenzen überschritten werden. Melden Sie dies Ihrem Vorgesetzten und dem Sicherheitsbeauftragten Ihres Unternehmens. Tragen Sie im Zweifelsfall einen Gehörschutz.
Bevor Sie anfangen ...
Präzises und sicheres Arbeiten erfordert volle Konzentration. Sorgen Sie dafür, daß Ihr Umfeld bei der Arbeit stimmt. Wenn Sie nicht abgelenkt werden, können Sie sich am besten auf den Arbeitsvorgang konzentrieren.
- Das Arbeiten an schnellaufenden automatischen Maschinen erfordert volle Aufmerksamkeit und manchmal schnelles Reagieren. Dafür müssen Sie gesund und geistig völlig auf der Höhe sein. Ganz klar, daß bestimmte Medikamente, Alkohol und andere berauschende Mittel Sie dabei nicht beeinträchtigen dürfen.
- Bei der Arbeit an einer Fräsmaschine müssen Sie mit heißen, herumfliegenden Spänen und Kühlmittelspritzern rechnen. Tragen Sie deshalb am besten genormte Arbeitskleidung oder mindestens lange Hosen und eine nicht zu weite Jacke mit langen Ärmeln aus festem Stoff als Schutz.
- Vermeiden Sie Verletzungen, die durch Hängenbleiben an Kanten oder vorstehenden Bauteilen entstehen können:
- Tragen Sie enganliegende Kleidung.
- Knöpfen Sie die Ärmel Ihrer Jacke zu.
- Tragen Sie bei der Arbeit keine Armbanduhr, keinen Schmuck (Armreife oder Halskette) und keine Ringe an den Fingern. Typische Verletzungen, die beim Hängenbleiben entstehen, werden dadurch noch verschlimmert. - Selbst unsere kleinsten Fräsmaschinen gestatten ein Aufbau-Gewicht von mehreren hundert Kilo. Beim Rüsten kann es leicht vorkommen, daß davon etwas herunterfällt. Also tragen Sie bei der Arbeit keine luftigen Sandalen, sondern Schutzschuhe.
- Herumfliegende Späne und heißes Kühlmittel bei laufender Maschine gefährden Ihre Augen. Bei Kollisionen oder Werkzeugschäden können - bei Maschinen ohne Spritzschutz - Splitter durch die Werkstatt fliegen. Tragen Sie deshalb eine Schutzbrille oder verwenden Sie einen Späneschutz.
- Gerade bei Einrich-Arbeiten, z.B. "Ankratzen" des Werkstücks mit laufendem Werkzeug, müssen Sie nahe ans Werkzeug, damit Sie genau positionieren können. Lange Haare oder Haarsträhnen können Ihnen dabei zum Verhängnis werden. Tragen Sie deshalb ein Haarnetz oder eine geeignete Mütze.
- Werkzeuge haben scharfe Schneiden, Werkstücke haben oft scharfe Bearbeitungsgrate. Fast jeder hat sich schon einmal daran verletzt. Und Kühlschmiermittel erhöht noch die Infektionsgefahr. Verwenden Sie also Arbeitshandschuhe, wenn Sie mit Werkzeug und Werkstück hantieren.
- Für praktisch alle Bearbeitungen brauchen Sie an der Maschine einige nützliche Utensilien:
- Besen, Handbesen
- kleine Schaufel oder Staubsauger
- Späne-Behälter
- Pinsel zum Reinigen
- Reinigungsmittel (wir empfehlen Kaltreiniger für die Maschine und ein handelsübliches Scheibenputzmittel für die Scheiben der Spritzschutz-Kabine)
- Spänehaken
- Putzwolle oder Lappen
Halten Sie die Sachen griffbereit am Arbeitsplatz, aber lassen Sie nichts auf dem Arbeitstisch der Maschine liegen.
Bei der Arbeit
Werkzeuge/Werkzeugwechsel
- Die scharfgeschliffenen Werkzeugschneiden verursachen leicht Stich- und Schnittverletzungen, auch wenn das Werkzeug steht. Achten Sie deshalb bei allen Arbeiten an der Maschine auf das eingespannte Werkzeug.
- Verwenden Sie nur für die Maschine geeignete Spannkegel, Fräserdorne und Anzugsbolzen (siehe Bediener-Handbuch). Prüfen Sie vor dem Werkzeug-Einsatz, ob alle Anzugsschrauben am Werkzeug fest angezogen sind.
- Bei vielen Maschinen der Typen FP2/3/4NC und FP42NC finden Sie am Fräskopf rechts einen Drehzahl-Umschalter, mit dem die eingestellte Drehzahl für die Senkrecht-Frässpindel verdoppelt werden kann. Beachten Sie stets die Stellung dieses Umschalters, bevor Sie die Spindel einschalten.
- Für jede Bearbeitung gibt es maximale Werte für Schnittgeschwindigkeit und Vorschub. Diese Werte finden Sie in speziellen Arbeitstabellen oder in Werkzeugkatalogen. Beachten Sie die Schnittdaten! Andernfalls müssen Sie mit schlechten Werkstückoberflächen, raschem Werkzeugverschleiß oder sogar mit der Zerstörung von Werkzeug und Werkstück rechnen.
- Beachten Sie die maximalen Werkzeuggrößen. Bei Verwendung sperriger Werkzeuge ist der Fahrweg der Maschine eingeschränkt. Beim Einsatz von Werkzeugen mit zu großem Durchmesser kann das Werkzeug beim Zurückfahren des Spindelbocks mit dem Maschinenständer oder seiner Abdeckung kollidieren.
- Greifen Sie nie nach dem Werkzeug:
- solange es noch dreht,
- solange nicht alle anderen Maschinenfunktionen durch Drücken der Taste "Werkzeugwechsel" gesperrt sind. - Wechseln Sie das Werkzeug grundsätzlich selbst und drücken Sie selbst nach dem Werkzeugwechsel die Quittier-Taste und die Taste "Zyklus-Start" zur Fortsetzung der Bearbeitung. Verzichten Sie grundsätzlich auf die Mithilfe einer 2. Person. So kann die Spindel niemals durch Fehlbedienung plötzlich anlaufen, solange Sie die Hand am Werkzeug haben.
- Halten Sie das Werkzeug beim Lösen der Werkzeug-Spannung stets gut fest. Andernfalls fällt es herunter, Werkzeug und Werkstück können dabei beschädigt werden. Es besteht Verletzungsgefahr durch das fallende Werkzeug oder herumfliegende Splitter.
- Beim Anziehen der Werkzeug-Spannung wird der Spannkegel mit großer Kraft in den Haltemechanismus eingezogen. Dabei besteht Klemm- und Verletzungsgefahr für Ihre Finger! Greifen Sie das Werkzeug möglichst weit unten, nie zwischen Werkzeug-Mitnehmerflansch und Spindelnase! Verwenden Sie Arbeitshandschuhe, um Schnittverletzungen zu vermeiden. Achten Sie beim Einsetzen des Werkzeugs in die Spindel darauf, daß der Mitnehmerstein an der Spindelnase in die dafür vorgesehene Nut am Werkzeug-Spannkegel eingreift! Andernfalls kann das Werkzeug herausfallen und Schäden oder Verletzungen verursachen.
- Einige DECKEL FP-Maschinen erhalten Sie mit automatischem Werkzeugwechsler und Werkzeug-Magazin. Durch die freistehenden Werkzeugschneiden der Werkzeuge im Magazin können Sie sich beim Bestücken leicht verletzen:
- Bleiben Sie bei fahrendem Magazin außerhalb der Reichweite der Werkzeuge.
- Nicht alle Werkzeuge eignen sich für automatischen Werkzeugwechsel, z.B. Centricator, große Ausdrehbrücken, Schlagzähne usw. Beachten Sie die Hinweise des Werkzeug-Herstellers.
- Tragen Sie Arbeitshandschuhe beim Einsetzen der Werkzeuge.
- Setzen Sie die Werkzeuge nur an den dafür vorgesehenen Rüstplätzen ein.
- Beachten Sie die maximalen Werkzeugmaße für den automatischen Werkzeugwechsel. Bei großen Werkzeugen müssen die Nachbarplätze im Werkzeug-Magazin freigehalten werden, um Kollisionen zu vermeiden.
- Aktualisieren Sie sofort nach jeder Neubestückung die Werkzeugtabelle in der Steuerung (siehe Bediener-Handbuch). Andernfalls besteht Kollisionsgefahr beim nächsten Werkzeugwechsel. - Beachten Sie den Platzbedarf des Werkzeugwechslers beim automatischen Werkzeugwechsel! Bei sperrigen Werkstücken oder Vorrichtungen und bei langen Werkzeugen besteht erhöhte Kollisionsgefahr. Bei Kollisionen können Sie den Werkzeuggreifer in vorsichtigen Einzelschritten freifahren. Beachten Sie die Hinweise im Bediener-Handbuch.
- Manche DECKEL Maschinen sind mit innerer Kühlmittel-Zufuhr für das Werkzeug ausgerüstet. Dabei tritt Kühlmittel mit hohem Druck (ca. 40 bar) aus der Werkzeugspitze aus.
- Betreiben Sie die Maschine grundsätzlich nur mit geschlossenem Spritzschutz.
- Verwenden Sie nur Werkzeuge, die für den Einsatz und die Art der inneren Kühlmittel-Zufuhr und für den Kühlmitteldruck geeignet sind.
- Achten Sie beim Einsatz anderer Werkzeuge darauf, dass die innere Kühlmittelzufuhr abgeschaltet ist.
- Betreiben Sie die Maschine nie ohne Kühlmittel, um Schäden durch Trockenlaufen der Drehdurchführungen an den Spindeln zu vermeiden.
Werkstückspannung/Automatischer Werkstückwechsel
- Beim Bearbeiten wirken hohe Kräfte am Werkstück. Nicht ausreichend gespannte Werkstücke können vom Arbeitstisch gerissen und durch die Werkstatt geschleudert werden. Verwenden Sie zum Spannen des Werkstücks nur geeignete Spannzeuge oder Vorrichtungen. Überprüfen Sie vor Bearbeitungsbeginn die Spannung.
- Lassen Sie kein Werkzeug, wie Schraubenschlüssel, Schraubenzieher etc., auf dem Arbeitstisch der Maschine liegen!
- Einige DECKEL Maschinen erhalten Sie mit automatischem Palettenwechsler.
- Bleiben Sie während des automatischen Wechselvorgangs außerhalb der Reichweite des Wechslers.
- Beachten Sie die reduzierten Aufbaumaße und Gewichte für die Werkstücke beim Einsatz des Palettenwechslers.
- Tragen Sie Arbeitshandschuhe beim Rüsten und beim Abrüsten des Werkstücks.
- Beachten Sie den erhöhten Platzbedarf im Arbeitsraum der Maschine beim Wechseln der Palette! Fahren Sie vor jedem Wechselvorgang das Werkzeug außerhalb der Reichweite des Wechselvorgangs.
- Achten Sie darauf, dass das aktuelle Programm zum eingewechselten Werkstück passt. Andernfalls besteht Kollisionsgefahr.
Messen, Prüfen, Unterbrechen der Bearbeitung
- Der DECKEL Centricator wird zum Ausmitteln von Bohrungen verwendet. Die maximale Drehzahl beträgt 100 min^-1. Bei Überschreiten der Maximal-Drehzahl wird der Centricator beschädigt. Es besteht Unfallgefahr durch herumfliegende Teile. Verwenden Sie den Centricator nicht im automatischen Werkzeugwechsler.
- Der Meßtaster wird zum automatisierten Einrichten verwendet. Beachten Sie dabei die maximalen Vorschübe. Achten Sie darauf, daß das Kabel des Meßtasters nicht durch Hängenbleiben beschädigt wird und dass der Stecker eingesteckt ist. Falls der Stecker nicht eingesteckt ist, kann die Spindel durch Fehlbedienung anlaufen - Unfallgefahr! Bei kabellosen Meßtastern muß die entsprechende Kennung in die VPC-Verwaltung eingetragen sein (siehe Bediener-Handbuch).
- Das Zentriermikroskop setzen Sie zum genauen Einrichten von Kanten und Werkstück-Ecken ein. Dabei muss der Stecker für die Stromversorgung des Mikroskops stets in die dafür vorgesehene Steckdose an der Maschine eingesteckt sein (siehe Bediener-Handbuch). Ist der Stecker nicht eingesteckt oder defekt, kann die Spindel mit dem eingespannten Mikroskop durch Fehlbedienung anlaufen. Dabei können Sie sich schwer verletzen. Automatischer Werkzeugwechsel ist mit dem Zentriermikroskop nicht möglich. Bedienfolge beim Ein- und Auswechseln beachten!
- Der Kantentaster wird zum Antasten von Kanten und Werkstück-Ecken eingesetzt. Die maximale Drehzahl beträgt 500 min^-1. Bei Überschreiten der Maximal-Drehzahl wird der Kantentaster beschädigt. Es besteht Unfallgefahr durch herumfliegende Teile.
- Fahren Sie das Werkzeug frei zum Messen! An den scharfen Werkzeugschneiden können Sie sich sonst leicht verletzen.
- Mit den DECKEL Steuerungen können Sie die Bearbeitung nach einer Unterbrechung auch mitten im Programm fortsetzen. Achten Sie darauf, daß die momentane Position des Werkzeugs zum nächsten Arbeitsschritt paßt. Andernfalls kommt es zu Kollision oder Fehlbearbeitung. Werkzeug und Werkstück werden meist beschädigt. Beachten Sie die Hinweise im Bediener-Handbuch.
Kühlmittel/Späneentsorgung
- Späne sind heiß und scharf und in der Regel mit Kühlschmiermittel verschmutzt. Vermeiden Sie jeden Hautkontakt mit Spänen. Tragen Sie Arbeitshandschuhe. Verwenden Sie zur Späneentsorgung geeignetes Werkzeug wie Spänehaken, Pinsel, Handfeger oder Staubsauger.
- Manche Maschinen sind mit einem Späneförderer ausgerüstet. Achten Sie bei der Bearbeitung darauf, daß der Späneförderer ständig läuft, um einen Spanestau zu vermeiden. Wollen Sie den Späneförderer reinigen, schalten Sie ihn vorher ab. Steigen Sie zum Aufspannen und Messen nicht in den Späneförderer. Er könnte durch Fehlbedienung unvorhergesehen anlaufen. Unfallgefahr!
- Verwenden Sie niemals Preßluft zur Späneentsorgung oder zum Reinigen von Werkstück und Maschine. Es besteht Verletzungsgefahr durch herumfliegende Späne, vor allem für Ihre Augen. Durch den hohen Druck werden Späne und Schmutzpartikel unter die Abdichtungen der Maschine gedrückt. Das kann zu vorzeitigem Verschleiß und Maschinenausfall führen.
- Schließen Sie stets die Spritzschutz-Kabine, solange die Maschine zerspant. Entfernen Sie nie Späne bei laufender Maschine.
- Wählen Sie Schnittdaten und Bearbeitungsablauf stets so, daß nur kurze Späne bei der Bearbeitung entstehen. Lange Späne, wie sie z.B. beim Tieflochbohren entstehen können, verursachen erhöhte Verletzungsgefahr; sie verklemmen sich am Werkzeug und Werkstück und sind sehr schwierig zu entfernen.
- Kühlschmiermittel können Hautschäden verursachen, meistens an den Händen. Vermeiden Sie den Hautkontakt mit Kühlschmiermittel. Verwenden Sie regelmäßig geeignete Hautschutzcremes. Wechseln Sie mit Kühlschmiermittel verschmutzte Kleidung.
- Verstellen Sie nie den Kühlmittelschlauch bei laufender Maschine. Verletzungsgefahr durch das Werkzeug!
- Die unerträgliche Geruchsbelästigung durch verdorbenes Kühlschmiermittel macht die Arbeit an der Maschine unmöglich. Wechseln Sie das Kühlmittel regelmäßig und vermeiden Sie unnötige Verunreinigungen des Kühlschmiermittels mit Altöl, Kippen oder anderen Abfällen. Beachten Sie die Hinweise im Bediener-Handbuch.
Einstell- und Rüstarbeiten
Die DECKEL Universal Fräs- und Bohrmaschinen sind mit einem verstellbaren Senkrecht-Fräskopf ausgerüstet.
- Für Schrägbearbeitungen schwenken Sie den Kopf um bis zu 90º nach links oder rechts. Entfernen Sie das Werkzeug vor dem Schwenkvorgang, damit Sie sich nicht daran verletzen! Vergessen Sie nicht, nach dem Schwenken alle Klemmschrauben gleichmäßig fest anzuziehen. Der automatische Werkzeugwechsel ist nur in genau senkrechter Stellung möglich.
- Zum waagrecht Fräsen wird der Senkrecht-Fräskopf nach oben geklappt (oder gedreht) und nach hinten geschoben. Entfernen Sie vorher das Werkzeug aus der Senkrechtspindel; Sie könnten sich sonst beim Wechselvorgang am eingespannten Werkzeug verletzen. Bleibt das Werkzeug im zurückgeschobenen Senkrecht-Fräskopf, so kann es außerdem beim Werkzeugwechsel durch Fehlbedienung herunterfallen und schwere Schäden verursachen.
- FP-UC-Maschinen sind mit einer automatisch schwenkbaren Frässpindel ausgerüstet. Beachten Sie die Kollisionsgefahr beim Schwenken von Spindel und Werkzeug.
- Bei CC-Maschinen mit automatisch verschiebbarem Senkrecht-Fräskopf ist darauf zu achten, dass das Werkzeug vor dem Verschieben entfernt wird (automatisch oder manuell). Es besteht Kollisionsgefahr beim Verschieben von waagrecht- nach senkrecht Fräsen.
- Zum waagrecht Fräsen mit langen Werkzeugen verwenden Sie das Gegenlager.
- Beachten Sie den erhöhten Platzbedarf des Spindelbocks. Bei manchen Maschinentypen muß die vordere Spritzschutztür geöffnet und eine Rückwand entfernt werden. Andernfalls besteht Kollisionsgefahr bei voller Ausnutzung des Y-Fahrwegs.
- Die maximale Spindeldrehzahl beim Arbeiten mit Gegenlager beträgt 1000 min^-1. Wird diese Drehzahl überschritten, kann das Gegenlager beschädigt werden.
- Automatischer Werkzeugwechsel ist bei Einsatz des Gegenlagers nicht möglich.
- Achten Sie auf gute Schmierung des Gegenlagers, mehrmals täglich (siehe Bediener-Handbuch). - Bei Maschinen mit hochklappbarem Senkrecht-Fräskopf: Verwenden Sie beim waagrecht Fräsen ohne Gegenlager stets die Blechabdeckung für den Waagrecht-Fräskopf. Andernfalls besteht Unfallgefahr durch den freilaufenden Mitnehmer. Die Abdeckung verhindert auch unnötiges Verschmutzen des Mitnehmers.
- Zum Senkrecht-Fräsen wird der Senkrecht-Fräskopf in der Stellung "Senkrecht-Fräsen" gebracht. Entfernen Sie zuerst das Werkzeug aus der Waagrecht-Frässpindel. Vergessen Sie nicht, nach dem Schwenken alle Klemmschrauben gleichmäßig fest anzuziehen.
- Beim Einsatz von Zubehör wie z.B. Universaltisch oder NC-Teilapparat und bei großen Vorrichtungen oder Werkstücken ist der Arbeitsraum stark eingeschränkt. Es besteht erhöhte Kollisionsgefahr. Überprüfen Sie vor Bearbeitungsbeginn die Werkstückspannung sowie alle Klemmungen des Tischs.
- Beim Wechsel des Arbeitstisches ändern sich die maximalen Fahrwege in Z-Richtung. Die Software-Endschalter oder Schaltnocken der Maschine müssen neu gesetzt werden, um Kollision zwischen Senkrechtspindelnase und Tischplatte zu vermeiden. Beachten Sie die Hinweise im Bediener-Handbuch.
- Beachten Sie das maximale Aufbaugewicht Ihrer Maschine. Die maximale Tischlast je nach Tischausführung erfahren Sie aus dem Bediener-Handbuch. Bei Bearbeitung schwerer oder weit herausragender Teile muß die Maschine mit dem Fußboden verschraubt sein. Andernfalls kann die Maschine kippen!
Warten, Schmieren, Reparieren
Durch die automatische Zentralschmierung und die ausgereifte Konstruktion erfordern DECKEL Fräsmaschinen wenig Wartungsaufwand. Die Wartungsintervalle im Bediener-Handbuch gelten für einschichtigen Betrieb. Bei Einsatz in mehreren Schichten muß die Maschine entsprechend öfter gewartet werden.
- Führen Sie nur Wartungsarbeiten durch, die im Bediener-Handbuch beschrieben sind. Für weitere Arbeiten ist der dafür ausgebildete DECKEL Kundendienst zuständig.
- Schalten Sie für alle Reinigungs- und Wartungsarbeiten die Maschine mit dem Hauptschalter ab und verriegeln Sie den Hauptschalter. So verhindern Sie, dass Kollegen die Maschine während der Wartungsarbeiten versehentlich einschalten.
- Wartungs- und Montagearbeiten an der elektrischen und hydraulischen Anlage der Maschine dürfen nur ausgebildetes Fachpersonal ausführen.
- Vor Hydraulikarbeiten alle Leitungen und Druckspeicher drucklos machen. Andernfalls besteht hohe Unfallgefahr! Bei Maschinen mit hydraulischem Gewichtsausgleich außerdem die senkrechte Achse abstützen.
- Bei Arbeiten im Schaltschrank: Stromzuführung zur Maschine abschalten oder Netzkabel durch Entfernen der Netzsicherung stromlos machen. Andernfalls besteht Unfallgefahr.
- Entfernen Sie für Wartung und Reparaturen Werkzeug und Werkstück. Dadurch verringern Sie die Kollisions- und Verletzungsgefahren. Durch die maximal ausfahrbaren Arbeitswege werden Sie bei Wartungsarbeiten nicht unnötig behindert.
- Überprüfen Sie nach allen Wartungs- und Reparaturarbeiten das einwandfreie Funktionieren der Maschine und aller Sicherheitseinrichtungen. Die Maschine darf nur in einwandfreiem Zustand betrieben werden.
Was Sie außerdem noch tun können
Da es doch so viele Regeln zu beachten gilt, könnte rasch der Eindruck entstehen, dass die Arbeit an unseren Maschinen sehr gefährlich sei. Natürlich ist das nicht der Fall. Viele tausend DECKEL Fräsmaschinen beweisen weltweit im täglichen Einsatz ihre Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit. Und der Blick in die Statistik zeigt, daß die - stark rückläufigen - Unfälle in den letzten Jahren fast immer auf Verstöße gegen Sicherheitsregeln zurückzuführen sind.
Trotzdem meinen wir, dass auch der letzte Unfall an unseren Maschinen immer noch ein Unfall zuviel ist. Mit den Praxis-Tips in diesem Heft möchten wir die Arbeit an unseren Maschinen noch sicherer machen.
Und noch ein Ratschlag für den Praktiker: Viele Gefahrenmomente entfallen, wenn Ihre Maschine mit einem Spritzschutz oder einer Kabine ausgerüstet ist. Wenn Ihre Maschine noch unverkleidet ist, lassen Sie den Spritzschutz nachrüsten. Denn frei fliegende Späne sowie herumspritzendes Öl und Kühlmittel sind heute einfach nicht mehr zeitgemäß. Für jede DECKEL Fräsmaschine bieten wir entsprechende Verkleidungen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude und Erfolg mit Ihrer DECKEL. Und wenn Ihnen bei der Arbeit mit unseren Maschinen ein Gefahrenschwerpunkt auffällt, lassen Sie es uns wisse: Tel. (089)7246-2838. Wir sind für jeden Hinweis dankbar.
Ihr DECKEL AG
Diese Broschüre ist ein Produkt von Technik verstehen, Agentur für technische Handbücher GmbH, München-Unterföhring.
Alle Rechte, auch die der Übersetzung, des Nachdrucks und der Vervielfältigung von Teilen des vorliegenden Heftes, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers in irgendeiner Form, auch nicht für Zwecke der Unterrichtsgestaltung, reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme vervielfältigt werden.
Da wir ständig an Verbesserungen arbeiten, behalten wir uns Änderungen vor.
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