Ernault 350 Cholet Drehmaschinen

Ernault 350 Cholet-drehbänke 1

"CHOLET" MIT ZWEISCHNITT-AUTOMATIK
Aus dem vorbeschriebenen Beispiel war zu ersehen, dass diese Maschine beliebig als klassische Drehbank mit Handbedienung, oder als Bank mit einem oder zwei automatischen Schnitten benutzt werden kann.
1 — BESCHREIBUNG
Die Bank ist serienmässig mit einer Kopiereinrichtung, einem Hydraulikfutter und einem pneúmatischen oder hydraulisch betätigten Reitstock ausgestattet. Wie bei der Bank mit Einschnitt-Automatik kann diese Maschine, jedoch nur auf Wunsch, mit der gleichen Einrichtung für die Futterspannung und anschliessender Einschaltung der Spindel ausgestattet werden.
Für den wirtschaftlichen Einsatz der Zweichnitt-Automatik ist vorn eine Anschlagstange vorgesehen, wodurch die Länge des ersten Schnittes betimmt wird. Die Länge des zweiten
Schnittes wird immer durch den Endanschlag auf dem Bett bestimmt.
Abweichend von der Standard-Kopiereinrichtung besitzt das hier benutzte Gerät einen beweglichen Tasterblock, der mit dem Kopiermeissel in zwei verschiedenen Positionen
verstellbar ist.
In der ersten zurückgezogenen Stellung wird gearbeitet :
1.) bei Handbedienung
2.) beim letzten Schnítt im automatischen Zyklus
3.) wenn nur 1 Schnitt zu machen ist.
Die zweite vorgezogene Stellυng wird in Verbindung mit einem einstellbaren Anschlag beim 1. Schnitt im automatischen Zyklus benutzt. Die maximale Verstellbarkeit des Tasterblocks beträgt 8 mm.
Die Wahl zwischen Einschnitt- und Zweischnitt-Automatik erfolgt über einen Kippschalter an der elektrischen Steuertafel. 

II - EINRICHTEN
Wie bereits bei der "CHOLET"-Bank mit Einschnitt-Automatik gesagt, soll das erste Werkstück auf der Maschine durch Hand-bedienung gefertigt werden. Dies nicht nur um die
richtige Stellung des Drehmeissels beim Fertigschnitt zu prüfen, sondern auch zur bequemen Einstellung der Längsanschläge auf dem Bett. Für das Einrichten des ersten Schnittes ist zuerst die Grösse des Aufmasses für den Fertigschnitt einzustellen. Hierzu dient ein Rändelknopf mit Einstellskala am Tasterblock (Stellbereich 0,3 mm bis 5 mm). Dann wird der Endanschlag auf der Anschlagstange, 2 mm vor
dem gewünschten Abschaltpunkt, gesetzt.
III — FUNKTION
a) Arbeitszyklus mit Zweischnitt-Automatik
Die Maschine wird je nach benutzter Vorrichtung entweder mit dem Schalter auf dem Schlosskasten oder mit dem Hebel am Spindelkasten in dem für die auszuführende Arbeit notwendigen Spindeldrehsinn in Betrieb gesetzt. Nun bewegt sich der Kopierapparat mít dem Drehmeissel auf das Werkstück zu, und der Schlitten läuft bis zum Anschlag auf der Anschlagstange, der das Ende des ersten Schnittes bestimmt.
Durch die Verschiebung der Anschlagstange erfolgt :
— der Rückzug des Drehmeissels
— der Eilrücklauf des Schlittens in seine Ausgangsposition
— die Betätigung eines Elektroschiebers am Hydraulik-Aggregat.
Dieser Schieber versorgt zwei Hydraulikzylinder, von denen einer den Tasterblock in die Stellung für den 2. Schnitt bringt, und der andere die Anschlagstange dreht, wodurch der
Anschlag weggeschwenkt wird.
Alle diese Bewegungen erfolgen während des Schlittenrücklaufs, sodass bei Erreichen der Ausgangsstellung alles für den 2. Schnitt bereit ist. Nun läuft dieser automatisch so ab, wie dies bereits bei der Bank mit Einschnitt-Automatik beschrieben wurde.
Der Kontakt des Endanschlages auf dem Bett veranlasst jetzt den Rückgang des Tasterblocks in die Stellung für den 1. Schnitt und die Wíedereinschaltung des Anschlags auf der Anschlagstange für den folgenden Arbeítszyklus. 

b) Arbeitszyklus mit Einschnitt-Automatik
Der Wahlschalter für die Schnittzahl ist auf Stellung 1 zu legen. Der Arbeitsablauf ist nun der gleiche, wie dieser bereits für die "CHOLET" mit Einschnitt-Automatik beschrieben wurde.

"CHOLET" MIT MEHRSCHNITT-AUTOMATIK
Diese Maschine kann auf die gleiche Art und unter den gleichen Bedingungen wie die vorbeschriebenen als handbediente oder als automatische Drehbank mit ein bis sieben Schnitten eingesetzt werden.
1 - BESCHREIBUNG
Die hier benutzte Kopiereinrichtung ist vom gleichen Typ wie bei der "CHOLET" mit Zweischnitt-Automatik, nur ist der maximale Verstellbereich 30 mm.
Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass der Tasterblock in seiner vorgeschobenen
Stellung mehrere Positionen einnehmen kann. Diese sind entsprechend den verschiedenen Vorschnitten einstellbar.
Der letzte Fertigschnitt und der vorletzte Schnitt unterliegen den gleichen Bedingungen für das Einstellen, wie diese bereits beím Zweischnitt-Arbeitszyklus beschrieben wurden. Die
zusätzlichen Vorschnitte werden über eine Anschlagwalze mit 7 Stellungen eingestellt.
Die Walze besitzt in ihren ersten fünf Stellungen (Bezeichnungen A bis E) verstellbare Schraubstifte, die zur Einstellung der Vorschnittiefen dienen. In der sechsten Stellung
(Bezeichnung G) sitzt ein fester Anschlag, der jedoch mit dem verstellbaren Anschlag auf dem Tasterblock zusammenarbeitet und zur Einstellung des vorletzten Schnittes dient.
Beim Fertigschnitt (Bezeichnung H) geht, anders als bei den Vorschnitten, der Tasterblock nicht gegen einen Anschlag der Walze, sondern geht zurück auf einen festen Anschlag, der auch bei Handbedienung benutzt wird.
Die schrittweise Drehung der Anschlagwalze erfolgt automatisch an jedem Ende eines Vor- oder Fertigschnitts durch einen über Elektroschieber gesteuerten Hydraulik-Mechanismus.
Gleichlaufend mit dieser Vorrichtung besitzt die Bank eine Längsanschlagstange mit 7 Stellungen und sechs Anschlägen. Damit werden die Längen für jeden Vorschnítt bestimmt,
ausgenommen für den Fertigschnitt, dessen Länge immer durch den Endanschlag mit Feineinstellung auf dem Bett bestimmt wird. Die schrittweise Drehung der Längsanschlagstange erfolgt ebenfalls hydraulisch und wird
durch den gleichen Elektroschieber wie die Anschlagwalze gesteuert.
Die Anzahl der Vorschnitte wechselt bei verschiedenen Werkstücken, es kann auch in manchen Fällen ein einziger Fertigschnitt genügen. Dazu verfügt der Bedienungsmann über
einen Zykluswähler mit zwei Stellungen auf der elektrischen Schalttafel (Abb. 2), sodass beliebig gearbeitet werden kann :
— entweder im Einschnitt-Zyklus,
— oder im Mehrschnitt-Zyklus, dieser unabhängig von der Schnittzahl.
In letzterem Fall erfolgt die Wahl der Anzahl der Schnitte durch Einstellen eines grossen Knopfes am Ende der Längsanschlagstange auf die gewünschte Schnittzahl. 

II — VORBEREITUNG DER MASCHINE VOR INBETRIEBNAHNE
~ Schutzkappen abnehmen. Alle Gleitführungen und Bewegungsteile der Schaltwalzen gründlich reinigen und mit "Molykote G"-Fett Schmieren.
Nach korrektem Anschluss der Leitungen alle hydraulischen Apparate mehrmals prüfen.
Die Antriebszylinder für die Walze der Schnittiefen und für die Drehung der Anschlagstange reinigen. Zu diesem Zweck teilweise die Anschlüsse für das in die Zylinder einströmende 01 abschrauben.
Entlüften, Verschraubungen festziehen und klemmen. Zur Umkehrung der Olzuführung und zum Entlüften der grossen Zylinderkammern den zu diesem Zweck am Magnetventil E V 1
befindlichen Druckknopf von Hand betätigen. Dabei müssen die zugehörigen Verschraubungen teilweise gelöst sein.
Den Wahlschalter für "HAND"- oder "AUTOMATIK"-Betrieb mehrfach betätígen. In Stellung "HAND" müssen die Anschlagtrommel für die Schnittiefe und die Anschlagstange
jeweils auf der Marke H stehen.
Bei Abweichung ist die Hydraulikpumpe abzuschalten und die Anschlagtrommel für die Schnittiefe von Hand auf die Marke H zu bringen, indem man síe entgegen dem Uhrzeigersinn
dreht.
Hydraulikpumpe wieder einschalten. Wahlschalter zunächst auf "AUTOMATIK" und dann auf "HAND" stellen.

 

Die Originalbroschüren stehen zum Verkauf. Eine Vorschau wird angezeigt. Der Preis der Broschüre ist auf Anfrage erhältlich.