Salvagnini P4 Abkantsysteme
salvagnini
Die Salvagnini wurde gegründet mit dem Ziel, exklusive Transfersysteme gepaart mit gediegener Blechbearbeitung zu entwickeln und herzustellen. Die inzwischen vorliegende, mehrfach patentgeschützte, Salvagnini-Technik Iöst in einfacher Weise ein grundsätzliches Problem im Bereich der angewandten Mechanik: das schnelle, präzise und aufprallfreie Verschieben einer beliebigen Masse bei veränderlicher Hublänge. Diese Technik hat sich bei der Realisierung von flexiblen Produktionssystemen FMS als besonders wirkungsvoll erwiesen. Diese Systeme stellen heute das Hauptprodukt von Salvagnini dar.
Pluspunkte für das Abkantsystem Salvagnini
1. Konstanter Abkantwinkel am Platinenrand entlang, unabhängig von Länge und Blechstärke, dank der grossen Festigkeit der Biegewerkzeuge und der automatischen Vorspannung des Niederhalters.
2. Konstanter Abkantwinkel von einer Platine zur nächsten und von einer Losgrösse zur darauffolgenden - bei gleicher Blechstärke und gleichem Material- aufgrund der mechanischen Anschlagsbegrenzung für die Biegewangen-Bewegungen und der automatischen Korrektur der Wärmeausdehnung der Maschine.
3. Konstanter Abkantwinkel von einer Platine zur nächsten auch bei unterschiedlicher Blechstärke und unterschiedlichem Material, bei Anwendung der Option STIN.
4. Abkantung nach oben und nach unten.
5. Anzahl der Abkantungen pro Seite unbegrenzt.
6. Programmierbarkeit des Abkantradius.
7. Herstellungsmöglichkeit nicht nur für rechteckige, sondern auch für trapezförmige und vieleckige Platinen.
8. Automatisierung der Blechzuführung.
9. Automatisierte Entsorgung der Fertigteile.
10. Automatisierung der Umrüstung der Maschine auf eine neue Produktion.
11. Automatisierter Transport der Blechstapel am Eingang sowie der Platinenstapel am Ausgang
12. Geräuscharme Funktion.
13. Hohe Zuverlässigkeit des Kontrollsystems.
14. Automatische Berechnung der Abkantzeit.
15. Programmiersprache hohen Niveaus, die leicht erlernt werden kann.
16. Eintasten eines neuen Programms auch bei laufender Produktion.
17. Sämtliche Programme werden intern gespeichert (es gibt keine Lochstreifen und keine Magnetbandkassetten mehr).
18. Datensicherung auf Floppy-Disk.
19. Fern-Datenaktualisierung der Betriebssoftware durch Sendung eines Floppy-Disk.
20. Der Bedienungsmann ist in Sicherheit, da er seine Tätigkeit nicht im Arbeitsbereich der Presse ausführt.
21. Eingebaute Fehlerdiagnose.
22. Ausdrucken des Maschinen-Logbuches.
23. Programmierung wird überflüssig durch Einsatz des PANEL-CADCAM-Programmes. Dieses ermöglicht die Darstellung der gekanteten Blechtafel auf dem Bildschirm, und damit werden die Zeichnung der ausgeklinkten Platine sowie die Programme für S4 und P4 automatisch erstellt.
24. Strenge Durchstrukturierung des P4-Systems, um diese Maschine mit anderen Salvagnini-Systemen erweitern und ergänzen zu können, z.B. mit dem Stanzsystem S4.
1. Einleitung
Der Leser dieser Broschüre ist höchstwahrscheinlich in der Blechbearbeitung tätig. Falls er auf die Produktionsweise seines Betriebes einen gewissen Einfluss hat, wird es für ihn nützlich sein, diesen Prospekt sorgfältig einige Stunden zu lesen. Aus Erfahrung wissen wir, dass ein intensives Studium unserer Maschinen und ihrer Anwendungsmöglichkeiten dem betreffenden Leser einige äusserst nützliche Anregungen bringen wird. Ist unser Leser also in Eile oder hat er nicht die rechte Musse, so sollte er diesen Katalog zunächst wieder beiseitelegen und warten, bis er Zeit hat, um ihn in Ruhe zu untersuchen.
2. Produktion von Blechtafeln
Unter dem Ausdruck «Platine» wird hier eine rechteckige Blechtafel verstanden, die bei beliebigem Winkel ein- oder mehrmals gekantet ist, an einer oder mehreren Seiten entlang. Die P4 ist in den wichtigsten lndustrieländern patentgeschützt. Salvagnini hatte bereits 1968 mit dem Bau von automatischen Linien für Stanzung, Abkantung und Schweissung von Kühlschranktüren begonnen; diese Linien sind jedoch nicht programmierbar. Die Programmierbarkeit der P4 war beim ersten Prototyp von 1977 noch ziemlich begrenzt. Die in diesem Katalog dargestellten P4-Maschinen hingegen sind über ein Tastenwerk vollkommen programmierbar, das sich nicht unbedingt in der Nähe der Maschine befinden muss. Alles ist so bestimmt, dass eine P4 in ein breiter gefächertes flexibles Produktionssystem eingegliedert werden kann, das ausser abkanten auch abscheren, stanzen, profilieren, prägen und schweissen kann, ohne dass das in Bearbeitung befindliche Material von Menschen berührt werden muss.
3. Funktionsprinzip der P4-Abkantmaschinen
In ihrer Grundausführung besteht die Abkantmaschine P4 aus sechs Teilen (Abb. 1), die physisch und funktionell miteinander verbunden sind:
- eine spezielle Abkantpresse (A), deren Funktionsprinzip in Abb. 2 sowie in den entsprechenden Anmerkungen erklärt wird;
- eіn Positioniertisch (B in Abb. 1), durch den die Eingangsplatine bezüglich der Gegenbiegewangenlinie eine präzise Position erhält, wobei die Ränder zweier Eckausklinkungen als Bezug dienen;
- ein Manipulator (C in Abb. 1): dieser greift die Blechtafel, dreht sie um eine vertikale Achse auf vier um 90° versetzte Positionen (RD), bzw. auf beliebig viele Positionen bei der Abkantung von nicht rechteckigen Platinen (RC), und verschiebt die Tafel nach programmierbaren Schritten orthogonal zur Vorderseite der Presse;
- eine Zuführ- und Abgabevorrichtung (D in Abb. 1), auf die die abzukantende (im allgemeinen ausgeklinkte) Tafel aufgelegt wird und von der die gebogene Platine entnommen wird;
- ein Schrank (E in Abb.1), der die elektrische und elektronische Leistungs- und Steuerausrüstung enthält;
- ein Steuerpult (F in Abb. 1) mit Tastatur, Schaltpult und Bildschirm.
Die Ausführung aus Abb. 1 ist für manuelle Platinenzufuhr und -entsorgung. Die Zuführ- und Abgabevorrichtung (D in Abb.1) ermöglicht einem einzigen Bediener, beide Operatíonen ohne zusätzlichen Zeitverlust auszuführen, d.h. Die in diesem Prospekt vorgestellten numerisch gesteuerten Maschinen, alle mit der Bezeichnung P4, wurden zurvollautomatischen und extrem flexiblen Herstellung von Platinen entworfen. Die erste P4 wurde 1977 gebaut und im September des gleichen Jahres auf der EMO in Hannover ausgestellt. Vor diesem Zeitpunkt hat es noch nie eine automatische und programmierbare Maschine für Blechtafeln gegeben. Während des Abkantzyklus; daher hat die Schnelligkeit des Bedieners keinerlei Einfluss auf die Produktivität der Maschine: dieser hat ausreichend Zeit zur Verfügung. Er hat sogar noch genügend Zeit, um evtl. auf der Blechtafel bzw. auf der Platine eine zusätzlíche Operation mit einem Werkzeug durchzuführen, das sich, sei es auch provisorisch, in der Nähe der P4 befindet. Die Ausführung aus Abb. 1 ist für die P4-24 erhältlich, d.h. für die Maschinen, die kleinere und dünnere Bleche bearbeiten. Für dіe P4-30, die grössere und dickere Bleche bearbeitet, ist dagegen nur die automatische Platinenzufuhr verfügbar. Dies ist in Abs. 12 dargestellt, wo sämtliche Ausführungen berücksichtigt werden. Hier in Abs. 3 soll die allgemeine Architektur der Maschine sowie das Funktionsprinzip der Presse dargestellt werden (Abb. 2). Die untere Gegenbiegewange 1 ist einteilig mit der C-förmigen Struktur der Presse verbunden. Der Niederhalter 2 ist vertikal verfahrbar; er dient als Niederhalter bei Kantungen nach unten (Abb. 2a) und auch als obere Gegenbiegewange bei Kantungen nach oben (Abb. 2b und 2c). Der Wangenhalter 3 ist vertikal verfahrbar und lässt die obere Biegewange 4 bzw. die untere Biegewange 5 gegen die in Bearbeitung befindliche Blechtafel drücken und zusammen mit der entsprechenden Gegenbiegewange die Kantung ausführen. Die Biegewangen 4 und 5 können um eine Horizontalachse schwingen. Damit kann während des Vertikalhubs des Wangenhalters ihre Arbeitskante die günstigste Distanz von der vertikalen Fläche einnehmen, die durch den Rand der Gegenbiegewangen geht. Am Ende des Hubs des Wangenhalters kann die Biegewange, die in Kontakt mit dem Blech ist, noch kräftig in eine zweite Position schwingen, die zum Erhalt des gewünschten Abkantwinkels geeignet ist. Die Enden der Hubstrecken des wangenhalters und der Biegewangen-Schwingungen sind alle variierbar und werden im Laufe des Zyklus automatisch bestimmt; dies richtet sich nach den im Abkantprogramm enthaltenen Anweisungen, die für die herzustellende Platine in der P4-Sprache geschrieben wurden (Abs. 13). An den Enden der Hubstrecken befinden sich jeweils positive mechanische Anschläge, wodurch die absolute Genauigkeit bei der Wiederholung der Abkantwinkel bei gleicher Blechstärke und Materialqualität garantiert wird. Die Option STIN garantiert die Wiederholbarkeit innerhalb enger Toleranzen auch dann, wenn sich die Blechstärke und -qualität bezüglich ihrer Nominalwerte ändern. Die Blechverschiebungen werden vom Manipulator durchgeführt, wobei automatisch die Dehnung des Bleches während der Abkantung je nach Blechstärke und Abrundungsradius berücksichtigt wird.
4. Das Niederhalter-Werkzeug
Der untere Teil des Niederhalters 2 aus Abb. 2, der mit dem Blech in Berührung kommt und dessen horizontale Länge je nach den Abmessungen der herzustellenden Platine variieren muss, heisst Niederhalter-Werkzeug. Bei jeder P4-Grösse kann man zwischen zwei normalen Werkzeugen wählen: eines mit manueller und eines mit automatischer Zurüstung. Das letztgenannte wird verwendet, wenn in der Ausführung des Abkantsystems die Option PB erscheint, also die automatische Niederhalter-Zurüstvorrichtung. Hat man gewöhnlich kleine Losgrössen herzustellender Platinen, so wählt man die Option PB und damit das Werkzeug mit automatischer Zurüstung, das mehr kostet als das einfache Werkzeug mit manueller Zurüstung. Die Niederhalter-Werkzeuge bestehen aus einer Reihe von Segmenten mit gleichem Profil in der Lotebene und verschiedener Abmessung parallel zur Kantlinie. Falls das normale Profil der Werkzeuge bei einem besonderen Produktionstyp nicht alle Erfordernisse der Abkantung erfüllt, so verwendet man Werkzeuge mit speziellem Profil. Dies ist jedoch selten, da das normale Profil sehr universell entworfen ist. Sind für eine gegebene Produktion Werkzeuge mit unterschiedlichen Profilen erforderlich, so verwendet man die Option T (Abs. 5.2), die zwischen dem eigentlichen Niederhalter-Werkzeug und der Gegenbiegewange ein Hilfswerkzeug einfügt. Die Segmente der Niederhalter-Werkzeuge sowie die Hilfswerkzeuge haben normaIerweise eine flache und durchgehende Unterseite. Weisen die herzustellenden Platinen jedoch Prägungen oder Lappen nach oben auf, so können an den Werkzeugen entsprechende Aussparungen angebracht werden. Für diese Aussparungen ist natürlich von Mal zu Mal ein spezifisches Studium erforderlich. Der Niederhalter-Körper, an dem die Werkzeugsegmente automatisch befestigt werden, enthält eine hydraulische Vorrichtung, die das Werkzeug automatisch zusammenzieht, wodurch dann das Werkzeug aus der auf entgegengesetzten Seiten mit Kantungen nach innen versehenen Platine herausgezogen werden kann.
5. Niederhalter-Optionen
5.1 Option PB: automatische Niederhalter-Zurüstvorrichtung
Ist in der Ausführung des Abkantsystems die Option PB nicht enthalten, so besteht das Niederhalter-Werkzeug aus einer Reihe von Segmenten, wobei für jede Platinenlänge die Kombination zu wählen ist, die manuell auf die Maschine montiert werden muss. Durch die Option PB, verbunden mit dem Werkzeug mit automatischer Zurüstung, brauchen sich der Programmierer und der Bediener nicht mehr um die Wahl und Montage des Werkzeugs zu kümmern: dieses nimmt automatisch die Länge an, welche für die auszuführende Abkantung geeignet ist. Nach dem Eingriff der automatischen Zurüstvorrichtung sind die Niederhaltersegmente in drei Gruppen geteilt: eine zentrale und zwei periphere; in den beiden Zwischenräumen zwischen der zentralen Gruppe und den peripheren Gruppen befindet sich jeweils ein «Endsegment». Dieses hat eine Ausnehmung für die bereits fertigen Kantungen auf den Seiten, die an die Bearbeitungsseite angrenzen, und seine Abmessungen sind so beschaffen, dass es zusammen mit den zentralen Segmenten und dem anderen Endsegment einen Niederhalter bildet, der die gleiche Länge hat wie die herzustellende Kantung. Die automatische Zurüstvorrichtung wählt von Fall zu Fall aus zwei Lagern an den Seiten des Niederhalters die Endsegmente mit den geeigneten Dimensionen und setzt sie an die richtige Stelle. Die beiden peripheren Segmentgruppen können sich je nach Notwendigkeit an die Endsegmente anlegen und wieder entfernen. Normalerweise werden nämlich die Schmalseiten der Platine vor den Längsseiten abgekantet (Reihenfolge aus Abb. 3): daher bleiben die peripheren Segmentgruppen während des gesamten Abkantzyklus fest und vom aktiven Bereich des Niederhalters getrennt (zentrale Segmentgruppe plus Endsegmente). Dieser Bereich hat die gleiche Länge wie die Längsseite der Platine. Es kann jedoch manchmal vorkommen (Abb. 4), dass die Längsseiten vor den Schmalseiten gebogen werden müssen. In diesem Fall lehnen sich die peripheren Segmentgruppen während der Abkantung der Längsseiten an den zentralen Bereich an und entfernen sich anschliessend wieder, um die Abkantung der Schmalseiten ohne Kollision des Werkzeugs mit den fertigen Kantungen zu ermöglichen. Die Option PB mit Werkzeug stellt daher eine globale Lösung des Problems der automatischen Abkantung von Platinen in sehr kleinen Losgrössen dar und war ein notwendiger Schritt in dieser Technologie auf die absolute Flexibilität zu (Einheits-Losgrösse).
5.2 Option T: Transfer des Hilfswerkzeuges
Mit dem Grundmechanismus der P4 für die Abkantung, dessen Prinzip in Abb. 2 dargestellt ist, kann man nicht alles abkanten. Zuweilen stellt man fest, dass eine gewisse Kantfolge nicht durchführbar ist. Die Option T erweitert die Anwendungsgrenzen des Mechanismus aus Abb. 2. Sie wird an der Pressevorderseite angebracht und ist in Abb. 5 dargestellt. Die Option T ist ein Mechanismus, der während des P4-Zyklus automatisch und schnell ein Hilfswerkzeug zwischen das Niederhalter-Werkzeug und die Gegenbiegewange einfügt und wieder ausschwenkt. Es handelt sich um einen Präzisionsmechanismus, da das Hilfswerkzeug unter dem Niederhalter genau parallel zu den Biegewangen sein und die Abkantkräfte aushalten muss. In seiner Warteposition gegenüber der Presse darf das Hilfswerkzeug nicht mit dem Manipulator kollidieren. Es hat daher zwei Teile, die den Durchgang des Manipulators frei lassen und die im Augenblick des Einschwenkens symmetrisch zusammenlaufen, bis sie sich in der Arbeitsposition berühren. Abb. 6 zeigt einige Beispiele von Profilen, welche die Option T erfordern. Auf den Profilen sind die Abkantungen gekennzeichnet, die mit dem Hilfswerkzeug ausgeführt werden, zur Unterscheidung von den Abkantungen mit dem Standard-Werkzeug. Das Hilfswerkzeug für die Option T kann hydraulisch bewegte Mechanismen enthalten, durch die es in den verschiedenen Phasen des Abkantzyklus verschiedene Lagen einnimmt. In Abb. 6 sind noch lange nicht alle Fälle dargestellt, die sich mit der Option T lösen lassen: man findet immer wieder neue. Die Option T wird sowohl bei dem Niederhalter-Werkzeug mit manuellerals auch bei dem mit automatischer Zurüstung verwendet.
5.3 Optionen EM: bewegliche Endstücke
Diese Optionen werden nur bei dem Werkzeug mit manueller Zurüstung gebraucht, wenn die Längsseiten vor den Schmalseiten gekantet werden sollen (umgekehrte Reihenfolge, Abb. 4) und wenn die Kantungen auf den Längsseiten nicht einzeln und auf 90° sind. Die Optionen EM sind Endsegmente mít einer Hydraulikvorrichtung, durch die sie sich vor der Abkantung der Schmalseíten von der zentralen Segmentgruppe entfernen. Die Länge jedes EM-Segmentes darf nicht kleiner sein als die maximale Halbdifferenz zwischen den Seiten der Platine, welche die umgekehrte Kantfolge erfordern. Die Optionen EM sind in drei Längen erhältlich: EM2 mit Länge 250mm, EM4 mit Länge 400 mm, EM7 mit Länge 700 mm.
6. Die Biegewangen und dazugehörige Optionen
Die Standard-Biegewangen sind durchgehende Körper, die so lang sínd wie die maximalen Kantungen, die auf der P4 möglich sind. Sie erlauben keine Teilabkantung des Platinenrandes: das gesamte Blech, das sich auf der Hubstrecke der Biegewange befindet, wird gebogen. Falls nur ein Teil des Platinenrandes gekantet werden soll (Abkantung P in Abb. 7) oder falls am gleichen Rand nicht fluchtgerechte Kantungen angebracht werden sollen (Abkantungen P in Abb. 8), so verwendet man die Option CLA (untere Hilfsbiegewange). In der Phase der Teilabkantung setzt die Option CLA automatisch über der Standard-Biegewange in den gewünschten Positionen eine oder mehrere Hilfsbiegewangen ein, deren Länge sich nach den Teilabkantungen richtet (in Abb. 7 und 8 mit P gekennzeichnet); beim restlichen Zyklus bleiben die Hilfsbiegewangen ausgeschaltet. Die Option CLA besteht aus einem Scharnier, das an der lnnenseite des Biegewangenträgers angebracht ist und das die gleiche Länge hat wie der Biegewangenträger. An diesem Scharnier können mit einer Schwalbenschwanz-Kupplung eine oder mehrere Hilfsbiegewangen angebracht werden. Die Option CLA enthält nicht die Hilfsbiegewangen. Dies sind Werkzeuge, die von Mal zu Mal je nach Länge der auszuführenden Kantung und Blechstärke zu entwerfen sind. Der Austausch der Hílfsbiegewangen erfolgt manuell und geht sehr schnell vor sich; da sie selten verwendet werden, wurde bisher keine automatische Wechselvorrichtung für die Umrüstung studiert. Bei Vorhandensein der Option CLA werden die Dimensionsgrenzen der maximal durchführbaren Abkantungen verringert, wie aus der Transparentzeichnung des Abkantbereiches ersichtlich (Abs. 10). Es kann vorkommen, dass man die gleiche Hilfsbiegewange іm gleichen Zyklus an zwei verschiedenen Positionen braucht: auch dies wird von der Option CLA geregelt.
7. Die Gegenbiegewange und dazugehörige Optionen
Die Gegenbiegewange (1 in Abb. 2) ist an sich ein statischer Teil der P4, der permanent an der Hauptstruktur befestigt ist. Manchmal, zur Ausführung von sehr eng beieinander befindlichen Abkantungen wie z. B. іn Abb. 10, verwendet man die Option AM in Verbindung mit der Option T. Die Option AM besteht aus zwei trapezoidalen Biegewangen (Pos. 2 in Abb. 10). Diese befinden sich normalerweise in schrägen Aussparungen, die in die Gegenbiegewange gearbeitet sind (1 in Abb. 10). In der speziellen Abkantphase verschieben sie sich in den Aussparungen, ragen aus der Gegenbiegewange heraus und bilden so ein durchgehendes unteres Werkzeug, gegen das die obere Matrize wirkt, die in das Werkzeug der Option T eingearbeitet ist (3 in Abb. 10). Die Dimensionen der Biegewangen der Option AM werden von Mal zu Mai je nach Anwendung bestimmt. Die Option DL ist eine weitere Option, die mit der Gegenbiegewange zu tun hat. Wie bereits bekannt, muss die letzte Abkantung auf jeder Platinenseite nach oben sein, damit die Platine mit Hilfe des Manipulators frontal aus der Presse entsorgt werden kann. Geht jedoch auf der Platine die letzte Abkantung auf einer Seite in entgegengesetzte Richtung wie die letzten Abkantungen der anderen Seiten, so kann die Platine trotzdem hergestellt werden, indem man diese Abkantung als letzte und nach unten ausführt. Am Zyklusende bleibt die Platine an der Gegenbiegewange hängen und wird vom Manipulator losgelassen: es genügt, sie seitlich zu verschieben, um so die Entladung zu ermöglichen. Dieser seitliche Stoss erfolgt automatisch durch die Option DL; diese besteht aus einem Plastikwagen, der an der Oberseite der Gegenbiegewange entlangläuft.
8. Der Positioniertisch und dazugehörige Optionen
Gegenüber der Presse und um den Manipulator herum hat die P4 eine ziemlich durchgehende Fläche zur Unterstützung der Platine während der Bewegungen und Drehungen іm Abkantzyklus. Diese Fläche (Tisch) enthält alle notwendigen Vorrichtungen zur genauen Positionsgebung der Platine, bevor sie vom Manipulator gegriffen wird (Abb. 12). Die im allgemeinen ausgeklinkte Platine kommt von einer der Zuführvorrichtungen, die mit der P4 verbunden werden können, läuft auf dem Positioniertisch aufgrund der Tätigkeit eines im Tisch versenkten Transfers und stoppt gegen einen gedämpften, versenkbaren Anschlag.
Für die Platinenpositionierung sind verantwortlich (Abb. 11):
- zwei Anschlagsbolzen, an die sich drei ausgeklinkte Ränder anlegen;
- zwei Schieber, die senkrecht zur Pressenvorderseite wirken;
- ein Schieber, der in Zuführrichtung wirkt.
Die Anschlage und Schieber verschwinden unter der Tischfläche, sobald der Manipulator die Platine gegriffen hat. Bevor die ausgeklinkte Blechtafel den Tisch erreicht, müssen die Anschlagsbolzen und Schieber in der richtigen Position sein, um die Platine positionieren zu können. Die Zurüstung des Tisches beginnt normalerweise nach Ausführung des letzten Zyklus der Losgrösse und endet vor Beginn des ersten Zyklus der neuen Losgrösse. Bei sehr kleinen Losgrössen kann es angebracht sein, die Option PA zu verwenden (Hilfspumpe). Diese lässt die Zurüstung vorher beginnen und eliminiert die entsprechende Nebenzeit. Der Anschlagsbolzen C muss in beiden Fällen die Positionierung gewährleisten und muss daher die in Abb. 13 dargestellten beiden Formen annehmen. Der Übergang von der einen Form zur anderen erfolgt automatisch aufgrund der im Abkantprogramm enthaltenen lnformationen.
9. Die Palette der P4-Abkantmaschinen
Die erste Unterscheidung zwischen den verfügbaren P4-Maschinen basiert auf der Maximaldiagonale der zu kantenden Platine. Hinsichtlich dieser Diagonale sind zwei Grössen erhältlich: die P4-24 mit Diagonale 2400mm und die P4-30 mit Diagonale 3000 mm. Die zweite Unterscheidung richtet sich nach der maximal zulässigen Höhe (h in Abb.14) für den gebogenen Rand (127 mm=5" und 203 mm=8"). Die maximale Höhe des gebogenen Randes ist etwas kleiner als der Vertikalhub des Niederhalters. Die maximale Kantlänge entspricht der Länge der Biegewangen, der Gegenbiegewange und des Niederhalters. Die Dimensionspalette der P4-Maschinen ist in Tabelle 1 dargestellt. Zusätzlich zu den o.e. drei Parametern erscheint auch die maximale nominale Blechstärke für Stahlblech zu 45 kg/mm2 Bruchfestigkeit, die man bei Maximallänge abkanten kann.
Bezeichnung Maschinentyp Max. Diagonale Max. Plantinenlänge Max. Kanthöhe Max. Blechstärke
P4-2412 2400 2250 127 2
P4-2420 2400 2250 203 2
P4-3020 3000 2250 207 3
Die Dimensionen der drei P4-Typen sind in den Abbildungen 15, 16 und 17 dargestellt. Die Abbildungen zeigen auch die geläufigsten Verbindungen für Zufuhr und Entsorgung.
10. Analyse des Abkantprofils
Mit jeder Abkantmaschine wird eine Transparentzeichnung geliefert, die im Massstab 1:1 den Querschnitt der Arbeitszone der P4-Presse darstellt, und zwar in den zwei Ruhepositionen, vor der Abkantung nach unten und vor der Abkantung nach oben (Abb. 2a und 2b). Mit Hilfe dieses Transparents kann man leicht feststellen, ob ein gegebenes Profil auf dieser Abkantmaschine herstellbar ist. Das Transparent wird auf eine Zeichnung im Massstab des zu realisierenden Profils gelegt, und durch Verschieben und Drehen werden nacheinander in der realen Reihenfolge alle Blechbewegungen bezüglich der Maschinenorgane reproduziert. So kann maп deutlich sehen, ob das Blech in einigen Abkantphasen mit der Maschine kollidiert und wie man das Profil ändern muss, damit die Kollision verhindert wird. Tabelle 2 zeigt die dimensionalen Grenzen für die Platine bei den drei P4-Typen.
Maschine a b c d e h m/min m/max
P4-2412 111 50 60 a+2b 300 127 400 2250
P4-2420 111A 50 60 a+2b 300 203 400 2250
P4-3020 135B 50 60 a+2b 340 207 440 2250
A: Das Mass a bleibt gleich 111 mm bei h<127 und wächst dann línear von 111 bis 145, wie h von 127 bis 207 wächst.
B:Das Mass a bleibt gleich 135 mm bei h<150 und wächst dann linear von 135 bís 170, wie h von 150 bis 207
wächst.
Die anderen Masse aus Tabelle 2 sind einzein gesehen richtig, können jedoch andere Werte annehmen, wenn sie zu Paaren, Dreiergruppen usw. kombiniert werden. Sie setzen voraus, dass die Dimensionen der Ausgangstafel die der reellen Abwicklung sind.
11. Zuführung der Platinenstapel
Abb. 18 zeigt schematisch sieben verschiedene Arten für den Transport der Blechstapel in den Entstapler. Die hier dargestellten Fälle erschöpfen weitgehend die in der Praxis auftretenden Anforderungen. Die Wahl der Zufuhrart richtet sich nach folgenden Gegebenheiten:
A. nach dem verfügbaren Platz um die Entstapeleinheit herum
B. nach dem Vorhandensein von Paletten unterden Stapeln
C. nach der Notwendigkeit, ohne Wartezeiten mit einer anderen, unterschiedlichen Produktion zu beginnen, bevor
das in Abstapelung befindliche Paket aufgebraucht ist.
D. nach der Notwendigkeit, die Produktion nicht anzuhalten, wenn die Mittel zum Stapeltransport gerade nicht verfügbar sind.
In Abb. 18a ist der einfachste Fall dargestellt. Hier wird der Stapel mit einem Gabelstapler oder Kran direkt auf den Tisch gelegt. Der Tisch bewegt sich auf die P4 zu und bringt die Stapelvorderseite unter die Saugkappen. Diese Lösung erfüllt nicht die Forderungen C und D. Die Abbildungen 18b, 18c und 18d zeigen drei zueinander analoge Lösungen. Diese unterscheiden sich nur darin, dass sie für verschiedene Platzverhältnisse geeignet sind; das System aus Abb. 18b ist in der Breite begrenzt, das aus Abb. 18c in der Länge, dieses muss jedoch von vorne und von hinten für die Ladung der Stapel zugänglich sein. ln Abb. 18d ist das System in der Länge begrenzt und ermöglicht ausschliesslich die Beschickung von vorn. In Abb.18b wírd die Arbeitsposition (gestricheltes Rechteck) abwechselnd vom Tisch TL mit Längsbewegung und vom Tisch TC mit Querbewegung erreicht; in Abb.18c wird die Arbeitsposition von den zwei Tischen TC mit Querbewegung eingenommen. Die anschliessende Bewegung zum Transport der Stapelvorderseite unter die Saugkappen erfolgt durch den Tisch TL unter Weiterführung seiner Längs-Hubstrecke und durch die Tische TC mit Hilfe der Tischabdekkungen in Längsrichtung CT. Die Lösungen 18b, 18c und 18d erfüllen die Forderungen C und D. Abb.18e zeigt eine Lösung, die sowohl in der Breite als auch in der Länge begrenzt ist und die eine Verbesserung zu Lösung 18a darstellt. Erfüllt die Forderung D, nicht jedoch C. Der Stapel wird mittels Gabelstapler oder Kran zu einem beliebigen Zeitpunkt auf dem Wagen CR abgelegt, der ihn dann automatisch zum Tisch TL bringt; die Palette muss manuell entnommen werden. Bei allen fünf bisher betrachteten Lösungen befinden sich die Scherenhubtische auf dem Boden und besitzen eine vertikale Hubstrecke von 550 mm, wenn die Ladung des Stapels mittels Gabelstapler oder Kran erfolgt; sie sind dagegen in den Boden eingelassen und haben eine Hubstrekke von 1000 mm, wenn die Stapelladung durch Transpallet erfolgt. Die Abbildungen 18f und 18g zeigen die Lösungen, die mit einem automatischen System für Bildung (Stanz- und Schneidsysteme S4) und Transport (Rollenbahnsystem) von gestanzten Blechstapeln ohne Palette kombiniert werden. Die Lösung 18f wird der Forderung C nicht gerecht, 18g dagegen erfüllt diese Forderung. Die Forderung D wird sowohl von 18f als auch von 18g erfüllt. Die Bedeutung der Bezeichnungen aus Abb. 18 wird in Tabelle 6 erklärt.
12. Ausführung eines Abkantsystems P4
Die gesamte Salvagnini-Produktion ist rationell strukturiert, damit die Automatisierung vieler Prozesse ermöglicht wird, wie z. B. die Angebotserstellung, die Zusammenstellung der Ölpneumatikschemas und Schaltpläne, die Zeichnung der Lаyout- und Fundamentpläne, die Auflistung der Ersatzteile, die Ausstellung der Stückliste und der Prüfungsverfahren für jede mögliche Systemausführung. Das Grundsystem P4, das mit den Stanzsystemen (S4), Schneidsystemen (C1 und C2) und Stapeltransportsystemen verbunden werden kann, wird nach den Strukturtabellen No. 3, 4 und 5 zusammengestellt.
12.1 P4-2412 (Tabelle 3)
Verbindungen Maschine Optionen Wekzeuge Verbindungen
APMM125+ Typ P4-2412 PB U10 + SPR24
APMA125 PB U10 (PB) SPR24
ASPA2412 T AIP24
TDM25 DL U11 (PB) IP24
TDU25 CLA U18 (PB)
TDUP25 PA
RI25 EM2 U19 (PB)
EM4 UT...........
EM7
AM
Am Anfang der P4-2412 sind folgende Verbindungen möglich, die in der entsprechenden Strukturtabelle (Tabelle No. 3) aufgeführt sind:
APMA125
Es handelt sich um die Beladeeinheit, die aus einem magnetischen Transfer unmittelbar links von der P4 besteht, auf dem das Blech entweder automatisch vom Entstapler oder manuell vom Arbeiter zugeführt wird; auch bei sehrautomatisierten Systemen verwendet man diese Art der Verkettung, weil man jederzeit Musterteile bei manueller Zuführung herstellen kann und weil eine Wartestation zwischen Entstapler und Abkantmaschine nützlich ist, wenn innerhalb eines Paketes einige Bleche kleben und der Entstapler wiederholte Versuche machen muss, um die Bleche voneinander zu trennen. Der Magnettransfer führt das Blech in die P4 ein, sobald diese bereit ist, das Blech über ihre magnetische Transfereinheit zu empfangen; dieser Transfer funktioniert auch mit nicht-magnetischen Blechen. Die Verbindungseinheit APMA125 hat eine Führung, die zum Magnettransfer parallel läuft und in Querrichtung numerisch gesteuert ist; diese Führung nimmt vorerst automatisch eine Stellung ein, in der sie in keiner Weise mit dem vom Entstapler kommenden Blech in Konflikt geraten kann und zentriert danach jedes einzelne Blech gemäss dem Transfer. Man verwendet den APMA125 in den Fällen, wo es schwierig ist, die Pakete auf dem Entstapler mit einer Querabweichung von weniger als ±50 mm zu positionieren.
ASPA2412
Die Verbindungseinheit ASPA2412 ist in der Lage, die gebogene Platine wieder zurückzunehmen, und zwar auf einer anderen Ebene als für die Platinenzuführung. Daraus folgt, dass der Bedienungsmann sowohl bei der Zuführung des Bleches als auch bei der Entsorgung der Fertigteile vor der Vorrichtung ASPA2412 bleiben kann. Diese Verbindungseinheit hat eine Führung, die zum Magnettransfer parallel läuft und in Querrichtung numerisch gesteuert ist; diese Führung nimmt vorerst automatisch eine Stellung ein, in der sie in keiner Weise mit dem vom Entstapler kommenden Blech in Konflikt geraten kann (falls der Entstapler in Funktion ist), und zentriert danach jedes einzelne Blech gemäss dem Transfer. Fehlt der Entstapler, so dient die Führung als Positionieranschlag für die manuell zugeführten Blechtafeln.
TDM25
Hiermit werden magnetische Entstapeleinheiten bezeichnet, die nur mit magnetischen Blechen arbeiten. Sie sind für sich allein nicht funktionsfähig, sondern müssen stets mit einem Scherenhubtisch verwendet werden; dieser hebt das Blechpaket an, wie sich das Ausgangspaket verringert, und bei jeder Trennung eines Bleches unterstützt er die Saugnäpfe und Magnettransfers bei deren Aufgabe. Die Entstapler TDM25 sind mit einer Vorrichtung zum Messen der Blechstärke ausgestattet, die bei nicht gelungener Trennung eines Bleches vom darunterliegenden das Doppelblech signalisiert und gleichzeitig einen zweiten Trennversuch unternimmt. Je nach Breite der Bleche, die zu entstapeln sind, wird die Entfernung zwischen den Saugnäpfen und zwischen den Magnettransfers automatisch ausgeglichen (Abb. 20).
TDU 25
Dieser universelle Entstaplertyp funktioniert unabhängig davon, ob das Material magnetisch ist oder nicht. Er wird in Verbindung mit APMA125 oder APA2420 verwendet. Auch dieser Entstapler besitzt eine Vorrichtung zur Doppelblech-Signalisierung, passt sich automatisch an die Platinenbreite an und wird in Verbindung mit einem Scherenhubtisch eingesetzt (Abb. 21).
TDUP25
Diese universelle Entstapel-Transfervorrichtung funktioniert sowohl mit magnetischem als auch mit nicht magnetischem Material. Sie führt der P4 gestanzte Blechtafeln zu, die sie entweder von einem darunterliegenden Stapel entnimmt oder von einer am Anfang befindlichen Stanzmaschine S4 erhalt (Abb. 22).
RI25
Die letzten Abkantungen auf jeder Platinenseite sind im allgemeinen nach oben gerichtet, wahrend der von der Stanzmaschine erzeugte Stanzgrat nach unten geht. In manchen Fällen ist es nicht akzeptabel, dass sich der Stanzgrat auf der guten Seite der Platine befindet. Daher muss die gestanzte Blechtafel vor der Zuführung an die Abkantmaschine gewendet werden. In diesem Fall erfolgt dieser Wendevorgang automatisch durch die Wendevorrichtung R125 (Abb. 23).
Am Ende der P4-2412 gibt es folgende Verbindungen:
SPR24
Hierbei handelt es sich um eine horizontale Ebene mit motorisierten Rollen, in Linie mit dem Transfer, der die gebogene Platine aus der P4-Arbeitsfläche befördert (Abb. 24). Dieser Transfer bewegt sich nur dann, wenn der Bediener die vorige Platine aus der Vorrichtung SPR24 entnommen hat. SPR24 wird nicht benötigt, wenn sich am Eingang der P4 eіne Zuführ- und Abgabevorrichtung ASPA2412 befindet, welche die gebogene Platine aufnimmt.
AIP24
Dies ist eine automatisch neigbare Rollenfläche, die in Verbindung mit SPR24 eine gewisse Anzahl an Fertigteilen ansammelt. Dadurch braucht der Bediener am Ende der P4 nicht ständig zur Stelle sein (Abb. 24).
IP24
Während SPR24 und A1P24 die Platinen auf einer einzigen Ebene liegenlassen, stapelt die Vorrichtung IP24 die Platinen aufeinander und bildet Stapel auf Paletten; IP24 sorgt auch für die Zuführung der Paletten, die von einem Stapel entnommen werden, sowie für den Transport der vollen Paletten in eine Entnahmeposition für den Gabelstapler.
12.2 P4-2420 (Tabelle 4)
Verbindungen Maschine Optionen Wekzeuge Verbindungen
APM2420+ Typ P4-2420 PB U12 + SPR24
APM2420 PB U12 (PB) SPR24
ASPA2420 T AIP24
TDM25 DL U13 (PB) IP24
TDU25 CLA U23 (PB)
TDUP25 PA
RI25 EM2 U24 (PB)
EM4 UT...........
EM7
AM
Die Verbindungseinheiten am Eingang der P4-2420, die in Strukturtabelle No. 4 aufgeführt sind, sind die gleichen wie am Eingang der P4-2412, was die Entstapler und die Wendevorrichtung betrifft. Verschieden sind dagegen die Zuführ-und Abgabe-Ebenen, da die Arbeitsfläche bei der P4-2420 vom Boden aus um 73mm höher ist als die Arbeitsfläche der P4-2412.
APA2420
Die Transferebene dieser Zuführvorrichtungen verschiebt sich vertikal um 73 mm: іn der niederen Position nehmen diese Vorrichtungen das gestanzte Blech auf, das sie in der hohen Position der P4 zuführen. Sie werden eingesetzt, wenn sich die P4 in Linie mit einem Entstapler oder mit der Stanzmaschine S4 befindet.
ASPA2420
Diese Zuführ- und Abgabevorrichtung entspricht ASPA2412, nur verschiebt sich ihre Transferebene auf drei verschiedenen Niveaus: eines für die Aufnahme der gestanzten Blechtafel, eines für die Zuführung des Bleches an die P4 und eines für die Rücknahme des Fertigteils. Die Verbindungen am Ausgang der P4-2420 entsprechen der P4-2412, nur sind sie 73 mm höher.
12.3 P4-3020 (Tabelle 5)
Verbindungen Maschine Optionen Wekzeuge Verbindungen
APA3020+ Typ P4-3020 PB U25 + SPR40
APA3020 RD U25 (PB) SPR40
TDU3020 RC AIP30
TDUP31 PB U26 (PB) IP30
RI25 T UT......
DL
CLA
MLA
PA
Da bei der P4-3020 die Blechtafeln im allgemeinen für die manuelle Zuführung zu schwer sind, wurde hier nur die automatische Zuführung vorgesehen. Die Verbindungen am Ausgang der P4-3020 entsprechen denen am Ausgang der anderen beiden P4-Grössen.
APA3020
Die Transportfläche dieser Zuführvorrichtung verschiebt sich vertikal um 243 mm; in der unteren Position nimmt sie die gestanzte Platine auf, während sie in der oberen Position die Blechtafel der Abkantmaschine P4-3020 zuführt. Diese Vorrichtung wird verwendet, wenn sich die P4-3020 in Linie mit einer Entstapelvorrichtung oder mit einer Stanzmaschine S4 befindet.
13. Programmierung des Abkantsystems P4
Zur Übertragung aller lnformationen bezüglich der herzustellenden Platine auf die P4 schreibt man ein «Programm»
unter Verwendung der P4-Sprache. Diese wird in einem entsprechenden Manual erklärt.
BINDUNGEN ZWISCHEN ENTSTAPLERN, TISCHEN, ROLLENBAHNEN UND TISCHABDECKUNGEN
TISCHE - Die ersten beiden Ziffern stehen für die Länge in Dezimetern parallel zur Schere, das zweite Ziffernpaar gibt die Breite an, die Endzahl (5 oder 10) die vertikale Hubstrecke, die jeweils 550 bzw. 1000 mm beträgt.
ROLLENBAHNEN - Die ersten beiden Ziffern stehen für die Länge in Dezimetern senkrecht zu den Rollen, das zweite Ziffernpaar gibt die Breite an.
Entstapler Maximales Paket Kennz. für Rollenbahn Kennz. für Tisch Kennz. für Tischabdeck
TDM25 2380x1500 RL2314 TC18155
TDU25 RL2614 T21155
TDUP25 TL21155
RL2814 T23155
RT1723 TL23125
TL24155
TL241510
TC24155 CT
TC241520 CT
RL3014 T24155
TDU31 2890x1500 RL2814 TC23155
TDUP31 RL3014 TC25155
RL3214 T27155
TL27155
RT1728 TL28125
TL29155
TL291510
TC29155 CT
TC291510 CT
RL3514 T30155
Beі der am meisten automatíschen Version des P4-Systems (Niederhalter mit automatischer Zurüstung) genügt es, über das Tastenwerk das ín der P4-Sprache geschriebene Programm einzugeben, damit die Maschine weiss, wie sie sich auf den Ein- und Ausgang der ausgeklinkten Platine einzustellen hat und wie sie den Abkantzyklus ausführen soll. Die P4-Programmiersprache ist sehr einfach. Zur Beschreibung des Abkantprofils aus Abb. 25 schreibt man eine einzige Zeile:
BEN : 1-10+15A120+60A150R10
1 bedeutet, dass auf Seite 1 gekantet wird (Abb. 3)
-10 bedeutet, dass die erste Abkantung nach unten geht und um 10 mm verschoben ist; das Fehlen weiterer Spezifikationen zum Abkantwinkel und Abkantradius zeigt an, dass die Kantung auf 90° sein muss, mit dem kleinsten Radius, der mit der Blechstärke vereinbar ist (die Blechstärke wird zusammen mit den Hauptseiten der Platine in der Anweisung DIM angegeben);
+15A120 bedeutet, dass die zweite Abkantung um 15 mm zwischen den theoretischen Schnittpunkten nach oben ausgeführt wird, mít Winkel 120° und mínimalem Radius.
+60A150R10 zeigt an, dass die dritte Abkantung um 60 mm zwischen den theoretischen Schnittpunkten nach oben geht, mit Winkel 150° und Aussenradius 10 mm. Man sieht, dass der Programmierer zur Einkalkulierung der Blechdehnung bei der Abkantung sowie zur Bestimmung der Biegewangen-Position je nach Winkel und Blechstärke keinerlei Berechnungen anzustellen braucht: er schreibt einfach die Masse ab, die er auf der Platinenzeichnung liest.
Das komplette Programm zur Abkantung der Platine aus Abb. 26 sieht folgendermassen aus:
COD: F1G26.P4
DIM: X1520 Z650 S1.5
REF: X1:723 Z1:323.5 G47
BEN: 1-10+15A120+60A150R10
BEN: 2
BEN: 3+28
BEN: 4
END.
Die Anweisung REF liefert die Masse der Ausklinkungen, die aus der Zeichnung der ausgeklinkten Platine abgeleitet werden und die zur automatischen Positionierung der Tischanschläge dienen. Mit der Option PANEL-CADCAM (Abb.15) ist es möglich, die gebogene Platine direkt auf Bildschirm aufzuzeichnen. Somit braucht man die Stanz- und Abkantprogramme nicht zu schreiben, die vom Computer für das System S4+P4 automatisch erstellt werden. Die P4-Programmiersprache enthält auch alle Anweisungen, welche die Produktion von Platinen mit unebener Oberfläche (Prägungen, Lappen, grosse Fenster im Zentrum) und speziellen Abkantungen (offener und geschlossener Sicherheitsumschlag, verborgene Kante usw.) ermöglichen.
14. Abkanttoleranzen
Die Abweichungen der realen Platine von den in der Zeichnung vorgeschriebenen Nominalmassen hängen von vielen Faktoren ab, und sie sind daher voneinander zu unterscheiden. Diese Abweichungen - Programmierfehler ausgenommen sind abhängig:
- von der Abweichung der effektiven Blechstärke von der nominalen
- von der metallurgischen Beschaffenheit des Bleches, die wiederum auch von der Walzrichtung abhängt
- von der thermischen Situation der Maschine, obwohl diese Faktoren fast vollständig durch entsprechende entwurfspezifische Kniffe neutralisiert werden
- von der Deformation der Maschinenstruktur aufgrund der Abkantkraft, was wiederum von der Blechstärke und von
der Kantlänge abhängt.
- von der Genauigkeit, mit der die «Maschinenkonstanten» bestimmt werden, die im Speicher des Computers enthalten sind
- vom Annäherungsgrad der in den Computer eingegebenen Rechnungsformeln zur Kontrolle der verschiedenen numerisch gesteuerten Achsen bei der Platinenposítionierung und bei der Ausführung des Zyklus
- von der Definition der einzelnen numerisch gesteuerten Achsen
- von der Präzision der Ausklinkungen
- vom Ebenheitsgrad der Blechtafel
- von den Messpositionen am Abkantprofil entlang.
Trotz der Vielfalt an möglichen Fehlerquellen hält die P4, wenn sie gut geführt bzw. mit allen Optionen versehen wird, welche die Präzision erhöhen, engere Toleranzen ein als eine gute und gut ausgerüstete Abkantpresse. Als Beispiel, das natürlich angesichts der o.g. Punkte nicht verbindlich ist, soll eine praktische Formel angegeben werden, die für den besonderen Platinentyp aus Abb. 27 gültig ist.
C1 - C2 <0,035a + 0,4 ~ Wurzel s
Die Längen C, und C2 sind Masse auf zwei Platinen derselben Losgrösse.
15. Das PANEL-CADCAM
Entwurf und Produktion von Blechtafeln wurden durch das Softwarepaket PANEL-CADCAM völlig erneuert, das einem
Stanz-, Schneid- und Abkantsystem S4+P4 zugeordnet wird. Das PANEL-CADCAM mit graphischem Terminal und Drukker, die im Konstruktionsbüro angeschlossen werden, verwendet, auch während der Produktion, den Steuercomputer des Systems S4+P4 zur Aufzeichnung der Platinen sowie zur automatischen Erstellung der Stanz- und Abkantprogramme (Abb. 28). Der Entwurfsingenieur skizziert direkt auf Bildschirm annähernd die abzukantenden Profíle und die Stanzungen mit den dazugehörigen Massen. Danach braucht er nichts mehr zu tun: das System S4+P4+PANEL-CADCAM zeigt auf dem Bildschirm im Massstab alle Ansichten und Querschnitte des Fertigteils sowie die flache Abwicklung der gestanzten Platine mit Massen, druckt auf Wunsch alle o.g. Zeichnungen, erstellt und druckt die Arbeitsprogramme in der 54- und P4-Programmiersprache, stellt sich auf die Bearbeitung ein und produziert schliesslich die Platine in der gewünschten Menge. Das PANEL-CADCAM sorgt auch für die Handhabung der Stanzwerkzeuge und Stanzkopf-Ausführungen.
16. Bauliche und funktionelle Merkmale
16.1 Mechanik
Sämtliche Materialien, mechanische, öldynamische, pneumatische und elektrotechnische Komponenten, Wärmebehandlungen und Bearbeitungsmethoden wurden bei ihrer Wahl und Kontrolle von der Sorgfalt bestimmt, die angesichts der absoluten Notwendigkeit der Zuverlässigkeit solcher komplexer Systeme erforderlich ist. Die Prüfung jeder einzelnen Untergruppe und jedes Systems erfolgt nach schriftlichen Verfahren, die von den Verantwortlichen unterschrieben werden. Die Biegewangen sind nitriert, alle anderen, dem Verschleiss ausgesetzten Flächen gehärtet, die Hydraulikrohre geglüht, gebeizt und mit Reinigungsflüssigkeit gewaschen, die Ölfiltrierung ist bis auf 10 Mikron forciert, der Druckverlauf im Hydraulikumkreis während des Zyklus wird registriert, damit eventuelle Peaks festgestellt und eliminiert werden können, alle Schrauben von grösserer Wichtigkeit sind mit Vorrichtungen montiert, die das Lösen der Schraube verhindern, die Führungen sind durch Abstreifgarnituren geschützt, usw.
16.2 Elektronik
Sämtliche elektronischen Bestandteile, von erstklassigen Firmen geliefert, werden Abnahmekontrollen von 160 Stunden Dauer bei 60°C unterzogen, bei grösseren Belastungen als beim normalen Betrieb und bei höheren Frequenzen.
Die elektrische Anlage auf der Maschine ist vollkommen abgeschirmt und geschützt, und die Numerierung entspricht genau den Wartungsunterlagen. Mehrpolige und dichte Steckverbindungen führen zum Steuerschrank. Der Steuerschrank ist des Typs IP65 und gekühlt. Alle Ein- und Ausgangssignale haben ein SignalLED mit der gleichen Bezeichnung (Abb. 29 und Abb. 30).
16.3 Software
Sowohl die Programme in Assembler, die auf EPROM gespeichert und für die Peripherkontrollen zuständig sind, als auch die auf Winchester gespeicherten Programme in hochentwickelten Sprachen, welche die Algorithmen zur Optimierung anwenden und das gesamte System steuern, werden einheitlich nach strengen Regeln des Software-lngenieurwesens geschrieben. Sie sind weitreichend dokumentiert und können nahezu automatisch je nach Ausführung des Systems erstellt werden. Das Diagnosesystem ist Standard, und ein Manual für die Fehlersuche wird mit der Maschine geliefert. Die gesamte Software zur Steuerung díeser Systeme wird intern von Salvagnini hergestellt. Jegliche Verknüpfung mit Systemen gleichen oder höheren Niveaus ist auf wirtschaftliche Weise möglich und kann unabhängig durchgeführt werden.
17. Anwendungssektoren des P4-Systems
Die Produktivität des P4-Systems ist nicht mit den «Einzweck-Maschinen» vergleichbar, die Salvagnini auch herstellt, aber das System ist so beschaffen, dass es sich auch für Produktionen mit Losgrössen von einigen Tausend Teilen eignet. Einige P4-Maschinen werden z.B. zur Produktion von kühlschranktüren verwendet. Die Abkantmaschine P4 wurde jedoch eigentlich für sehr kleine Losgrössen und sogar für Einheits-Losgrössen entworfen; die Zeiten für Programmierung und Zurüstung sind daher sehr kurz. Daraus folgt, dass die P4 in denjenigen Bereichen eingesetzt wird, in denen die Produktion in einer Stunde mehrmals gewechselt werden muss. Die häufigsten Produkte der Abkantsysteme P4, die fast immer mit Stanz- und Schneidsystemen S4 verknüpft werden, sind folgende: Schaltschränke. Ein und dasselbe System S4+P4 stellt Gehause, Türen, lnnenplatten und kleine Auflagen, Winkel, Platinen usw. her (Abb. 31). Stahlmöbel. In diesem Sektor ist von grosser Bedeutung, dass die P4 auch komplizierte Profíle produzieren kann, ohne nach der Lackierung sichtbare Abdrücke zu hinterlassen (Abb. 32 und Abb. 33). Leuchten müssen sehr oft an den vier Ecken plasma- oder TIG-geschweisst werden; da es sich in diesem Fall um ziemlich dünnes Blech handelt (0,6 / 0,7 mm), ist die Schweissung mit reduzierter Ausschussquote nur dann möglich, wenn die Abkantung von extremer Präzision ist (Abb. 34 und Abb. 35). Klimatisatoren und Belüftungs- und Klimatisierungsanlagen. Elektro-Haushaltsgeräte, Türen und verschiedene Verkleidungen für Kühl- und Gefrierschränke. Grossküchen Möbel und Schränke für Rechner, Fernsprechwesen, Photokopiergeräte. Automaten für Kaffee, Getränke und verpackte Esswaren. Safes, Schliessfächer und Metallbehälter. Kessel, Gasbrenner, Heisswasserapparate. Tafeln und Einschubdecken für das Bauwesen. Regale für Kaufhäuser und Supermärkte. Tafeln für die elektronische lndustrie.
18. Schlußfolgerungen
In diesem Katalog haben wír eine summarische Beschreibung des «Systems P4» gegeben, das wiederum nur einen kleinen Teil des gesamten «System SALVAGNINI» darstellt. Die P4 in ihren mannigfachen Ausführungen und allen zusätzlichen Optionen und Verbindungsmöglichkeiten deckt den Teilsektor «Abkantung» aus dem großen Gebiet der Blechverarbeitung (für Bleche bis zu 3mm Stärke). Die Gestaltung der Hardware und Software für das System P4 ist so konzipiert worden, daß es sich, auch in späteren Phasen, mit anderen Systemen von Salvagnini kombinieren läβt, bis zu einer Entwicklungsstufe, auf der vollständige flexible Systeme für die Blechverarbeitung (FMS) entstehen. Salvagnini besitzt die erforderlichen Mittel und Programme, um zusammen mit dem Kunden Lösungen für bereits bestehende Kundensysteme zu finden zum Zwecke der lntegrierung neuartiger Produktionssysteme oder um in der Projektphase sämtliche notwendigen «Schnittstellen» іm Betrieb zu verwirklichen.
Salvagnini stellt alle numerisch gesteuerten Maschinen zum Schneiden, Biegen, Profilieren, Prägen und Schweissen her, sowie die dazugehörigen Transfereinrichtungen und automatischen Blechstapellager, und integriert sie in automatische und flexible Systeme. Salvagnini kann infolgedessen allen, die sich mit der Herstellung von Blechtafeln befassen, unter eigener Verantwortung folgende Leistungen anbieten:
- Analyse und gegebenenfalls Umkonstruierung von Fertigerzeugnissen
- Projekt des automatischen und flexiblen, in grössere Systeme integrierbaren Systems
- Projekt aller internen und externen Hardware- und Software-Schnittstellen fűr ein System
- Herstellung und lnstallierung des vollständigen Systems
- Schulung zur optimalen betrieblichen Führung des Systems
- Service im Hinblick auf Mechanik, Elektrik, Elektronik und lnformatik.